Meine Abi-Charakteristik

Komödie in drei Akten

A K T 1

21.10.2052. Sarah feiert im Postbauerer Seniorenstift zusammen mit ihren Freundinnen aus längst vergangener Jugend ihren 70. Geburtstag (fast wie damals in der 5. Klasse).

Steffi N.: Ja mei. Weißt noch in der 5. Klass dei 11. Geburtstag in der Bodwanna. Des warn noch Zeiten. Des mach ma mal wieder!

Tanja: Oder mir genga mal wieder ins Trend. Wetten des hoast immer noch a so.

Sarah: Vielleicht seh ma ja die ganzen Typen (=Postbauerer) vo damals wieder.

Steffi H.: Die laden dich eh wieder ei, weils alle scho immer auf dich g'sponna hamm.

Sandra: Hol ma die Si a ab. Dei Schwester, die hat doch bestimmt immerno so a krasse Haarfarb.

Sarah: Ja die hats immerno. Aber in mein leuchtgelben A3 passts nimmer nei. Und für euch vier wirds a scho eng, wega der Stereoanlag.

A K T 2

Junger Pfleger [der einem gewissen stimmgewaltigen A. F. (früher auch als Ritter Hans bekannt) zum verwechseln ähnlich sieht] kommt ins Zimmer, stellt brav und artig Kaffee und Kuchen hin und verschwindet wieder.

Sandra: So a anständiger junger Herr. Wie hast na den so gut erzogen. Hast dem dei Villa samt Swimming Pool und Geheimgang versprochen?

Sarah lacht laut und schrill: Na, a Autogrammkartn und a signierte Ausgabe von meim ersten Lehrercomic. Wissts scho, des vo Welmut Hopperer & Scheinhold Ruldes des auch in der Moskito war. Des hat mir dann ja auch die nötige Bablissidi (= Publicity) für meinen Einstieg in die Grafik-Designer- Branche verschafft.

Steffi H.: Des war auch scho, wie alles bei dir, in blau/gelb. So wie dei Auto, dei Zimmer und dei Jacke.

A K T 3

Der Pfleger kommt wieder um das Geschirr zu holen und bringt Sarahs geliebte Katzen mit, die sich sofort auf ihrem Schoß zusammenrollen.

Steffi N.: Hey Klanner, kannst uns a mal an G'fallen tun. Fahrst uns a mal ins Trend, aber vorher beim Hörnlein vorbei, die Sa muss erst no ihrn Red Bull- und Wodkavorrat auffüllen.

Tanja: Also auf gehts, bag mas.

Sarah: Moment, muss no die Handtaschn vo meiner Mutter hoin.

Sandra: Und du Bub fahrst scho mal an Wagn vor und wenn'd lieb bist derfst mitgeh' und uns sogar ein ausgebn.

Am Trend angekommen packen die fünf alten Schachteln mit Unterstützung ihres jungen attraktiven (?!) Pflegers ihre Ge(h)hilfen, Krücken, und Rollstühle aus, wackeln zum Eingang und "stürmen" die Bar im Bistro.


Liebe Sarah,

vielleicht gelingt es uns ja mal vor dem Jahr 2052 mal zu fünft das Trend zu stürmen (natürlich mit Wodka-Red Bull bewaffnet ;-). Deine alten Schachteln

Steffi H. (gell, Mädel?)

Tanja ("oder hab ich das nur geträumt?")

Steffi N.

und Sandra

Im Geiste: Kristin, die sehr stolz auf die einzigartigen, mit leidenschaftlicher Hingabe, in spritzigen Bio-Stunden gezeichneten Meisterwerke in ihrem Heft ist, die diese Zeit vermissen und nie vergessen wird und für die ihre "Terminalknospe" "the only" ist.


Liebe Sarah,

falls wir beide wirklich einmal alt werden sollten (unfassbar), und du und ich an unsere gemeinsame Schulzeit zurückerinnerst, solltest du nicht an unfaire Noten, langweiliges Lernen und Stress mit sturen Lehrern denken. Denk vielmehr daran, als wir zum Beispiel einmal nachts 18 (!) km gelaufen sind, um jemandem einen "tödlichen Streich" zu spielen, der dann nicht einmal funktioniert hat, oder als wir die Batzen auf die Autos geworfen haben! Oder als wir mal in Englisch eine lustige Geschichte schreiben sollten, die du mit den Worten "Why isn´t the earth a toast?" eingeleitet hast!

Alles Liebe, du Goldverschlucker, wünscht dir deine Agnes